Sonntag, 28. Mai 2017

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Ein ganzer Salon auf 8,69 Quadratmetern

Waschbecken, Trockenhaube und eine erlesene Zeitschriftenauswahl auf nicht einmal neun Quadratmetern: Im Lauterberger Masttal hat „der wahrscheinlich kleinste Friseursalon Deutschlands“ eröffnet.

 

 

Was hat Platz in einer kleinen Garage? Klar, ein Auto. Man kann dort Tischtennis spielen. Oder vielleicht Billard – wenn der Tisch nicht zu groß ist. Man könnte aber auch locker einen Friseursalon darin unterbringen. Ganz locker sogar.

Exakt 8,69 Quadratmeter misst der Salon von Nicolle Dielenschneider im Masttal 5. Die Grundfläche ist kleiner als die eines VW Sharan – und das am Montag (15.10.2012) eröffnete Geschäft „der wahrscheinlich kleinste Friseursalon Deutschlands“.

Nein, er ist nicht in einer Garage untergebracht, sondern in einem äußerst effektiv umgebauten Raum im Privathaus der Dielenschneiders. Keine neun Quadratmeter, und doch ist alles da: Der Friseurstuhl vor dem großen Spiegel. Das auffällige Regal mit Pflegeprodukten, das eher unauffällige mit Handtüchern. Der Rollwagen mit den Friseur-Utensilien. Mitten im Raum thront die Waschbeckensäule, in der Ecke hängt die Trockenhaube von der Decke. Der obligatorische Zeitschriftenstapel stapelt sich platzsparend an der Wand. Und wenn sie das an der Tür angeschraubte Brett hochklappt, hat Nicolle Dielenschneider sogar noch einen zweiten Kundenplatz – mit großem Spiegel, versteht sich. Sollten bei der Frau gerade die Haare trocknen, könnten hier schon einmal Mann oder Kind Platz nehmen.

 


Seit 21 Jahren arbeitet Nicolle Dielenschneider als Friseurin. Vor einem Jahr hatte sie zum ersten Mal die Idee, sich selbständig zu machen. Deshalb hat sie mit 40 noch einmal die Schulbank gedrückt und im Juli 2012 die Meisterprüfung abgelegt. „Vielleicht habe ich ja die Midlife-Krise“, sagt sie mit einem Lachen. Aber in Wirklichkeit gefiel ihr die Arbeitssituation nicht mehr: Zuletzt, bei einer großen Friseurkette, sei es ihr zu unpersönlich und hektisch zugegangen. „Ich möchte, dass sich meine Kunden wohlfühlen und die ganze Aufmerksamkeit bekommen.“

Nach dreieinhalb Monaten Umbauzeit, inklusive Planung von Bau und Marketing, freut sich die Friseurin auf ihre Selbständigkeit: „Ich bin froh, dass es losgeht. Und ich bin sehr aufgeregt.“ Jetzt hofft sie, dass sich ihr neben Telefon und Kasse liegender Terminkalender schnell füllt. Deshalb arbeitet sie auch mit der Wellnessabteilung des nahen Hotels Panoramic zusammen. Und wenn jemand nicht zu ihr kommen kann, dann schnappt sie sich ihre „mobile Einheit“ und macht Hausbesuche.

Nur eine Kleinigkeit fehlt noch, bis „der wahrscheinlich kleinste Friseursalon Deutschlands“ wirklich fertig ist: ein Tablet-PC. Damit könnte man zum Beispiel schnell im Internet nachschauen, wenn jemand eine bestimmte Frisur haben will, sagt Nicolle Dielenschneider. „Und wenn die Kunden bei den Zeitschriften nicht das richtige finden, können sie ja auch ganz entspannt LauterNEUES lesen.“

 


Der kleine Friseur im Internet: www.der-kleine-friseur.de (externer Link)

Telefon 05524 / 30 55 17

 

40 Jahre: Hotel Panoramic früher und heute

Sie sind wirklich nicht zu übersehen, die charakteristischen Zwillingstürme im Dietrichstal, die damals, zu Beginn der 70er Jahre, ganz dem Zeitgeist entsprachen. "Nein, einen Designpreis werden wir damit wohl nicht mehr gewinnen", weiss man auch in der Hoteldirektion des Panoramic-Hotels. Aber im Inneren erinnert nun wirklich kaum etwas an die Anfänge vor vierzig Jahren.

Von Selbstversorgern zu All-Inclusive

Damals war das Panoramic nämlich noch, auch ganz im Stil der Zeit, als reines Selbstversorgerhotel geplant worden. Sechzehn Etagen, 302 Appartements zu je 48 Quadratmetern, dazu vier Penthäuser. Sagenhafte 1200 Gäste können beherbergt werden - und das sollte, so die damalige Planung, mit nur zehn Arbeitskräften bewältigt werden: vier Bürokräften, drei Hoteldienern und je einem Haustechniker, Schwimmmeister und Hoteldirektor.

Der Selbstversorger-Anteil lag damals noch bei 80 Prozent aller Buchungen. Das hat sich seither gründlich geändert, und zwar schrittweise zu einer immer umfassenderen Hotelleistung hin. Lag Mitte der Neunziger noch der Schwerpunkt auf Halbpension, so hat sich die Nachfrage immer weiter in Richtung All inclusive verändert - heute liegt der "All In"-Anteil bei 80%. Die Art des Hotelbetriebs hat sich also komplett gewandelt. Klar, dass dadurch nicht nur sehr viel mehr Mitarbeiter notwendig sind (zu Spitzenzeiten sind es über 100), auch baulich musste man sich dem Trend anpassen: schließlich brauchen die All-Inclusive-Gäste ja auch ein erheblich größeres Angebot an Restaurantfläche.

Nicht immer war es für das "Pano" dabei leicht gewesen, mit den sich wandelnden Trends zu gehen, und einige Zeit lang spiegelte sich das auch in den Zahlen wider. Doch 2008 übernahmen die beiden Hoteldirektoren Matthias Seidel und Matthias Mahn die Geschäftsleitung - und hatten eine Vision.

Stück für Stück begannen sie, das Panoramic zu einem modernen Familienhotel umzugestalten, das den Erwartungen der All-Inclusive-Kundschaft Rechnung trägt. Dabei wurde nicht nur kräftig in bauliche Maßnahmen und Ausstattung investiert, auch das Konzept wurde umgekrempelt und viele alte Zöpfe abgeschnitten. Ein moderner Wellness-Bereich ist ebenso vorhanden wie Kinderbetreuung und Animation. Auf diese Weise ist es dem Hotel gelungen, besonders viele Familien mit Kindern als Gäste zu gewinnen; in dieser Umgebung, wo andere Hotels oft noch stark auf die klassischen Kurgäste ausgerichtet sind, hat sich das Panoramic damit eine besondere Stellung erarbeitet. Gleichzeitig will das Hotel durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis mit seinem Angebot auch für andere Gästegruppen attraktiv bleiben.

Drei Sterne und besonders kinderfreundlich

Und die Rechnung geht auf: die Bewertungen der Gäste, rund 140 000 sind es pro Jahr,  sprechen eine deutliche Sprache. Die Zertifizierung "Besonders kinderfreundlich" hat das Hotel ebenso erhalten wie die Auszeichnung ServiceQualität Deutschland - und nun auch die offizielle Drei-Sterne-Bewertung der DEHOGA.

Schon viel ist also geschafft worden, und seit unserem Bericht im letzten Jahr (hier klicken) ist schon wieder einiges passiert. Zuletzt wurden gerade die Fahrstühle komplett modernisiert und das Café neu gestaltet, in dem nun auch Familienfeiern möglich sind. Und als nächstes soll noch in diesem Jahr das Parkdeck abgerissen werden.

Großes Programm zum Jubiläum

Aber vorher hat es noch einen wichtigen Zweck zu erfüllen: zum 40-jährigen Jubiläum wird am 22. und 23. September ganz groß gefeiert, und auf dem Parkdeck wird ein 600 Quadratmeter großes Festzelt aufgestellt. Die Panoramic-Mitarbeiter haben ein riesiges Programm zusammengestellt, und sicherlich werden sich viele Bad Lauterberger die Gelegenheit nicht entgehen lassen, einmal selbst in Augenschein zu nehmen, was sich in den vergangenen Jahren alles verändert hat. Das gesamte Programm zum Jubiläum finden Sie hier

(Fotos: Panoramic)




   

Grüne Evolution am Postplatz

Bunt und fröhlich – die Wildblumenbeete an Bad Lauterbergs Straßen fallen überwiegend positiv auf. Weit weniger Begeisterung weckt dagegen Grünzeug am Postplatz: Der Brunnen hat ein Algenproblem.

 

 

Ein Brunnen soll gemeinhin das Stadtbild verschönern. Deshalb wurde nach der Umgestaltung des Postplatzes in den 90er Jahren auch lange diskutiert, bis sich ein Entwurf durchsetzte. Es entstand der Dr.-von-Plachy-Brunnen. Nun kann man zur Ästhetik der farblosen Steinlandschaft unterschiedliche Meinungen haben – ist ja Geschmackssache. Definitiv unappetitlich ist die grüne Brühe, die an vielen Tagen über die Felsen ins Becken suppt. Der Brunnen wird in den Sommermonaten zur regelrechten Algenplantage mit entsprechender Geruchsentwicklung.

 

 

Fehler in der Konstruktion

Am Einsatz des Bauhofes liegt es nicht. Mindestens alle zwei Wochen, manchmal gar wöchentlich, rücken die Mitarbeiter an und lassen das Wasser ab. Dann schrubben sie den Brunnen liebe- und buchstäblich druckvoll. Nach vollbrachter Arbeit plätschert klares Nass über die Findlinge. Doch schon nach zwei, drei Tagen schlägt das Wasser wieder Blasen. Und eine grüne Evolution nimmt ihren Lauf, bei der sich jedem ADAC-Badesee-Tester die Nackenhaare sträuben.

Der Grund ist ein Konstruktionsfehler: „Der Brunnen ist zu flach und das Wasser bewegt sich zu wenig“, erklärt Bürgermeister Dr. Thomas Gans. Es gebe keinen frischen Zulauf, das Wasser werde nur umgewälzt. Der Bauhof klage schon seit längerem über das Problem.

 

 

Brackwasser im Stadtzentrum

Eine brackige Pfütze mitten in Zentrum. Direkt an der Durchgangsstraße und am Eingang zum „Boulevard Bad Lauterberg“. Auf einem Platz, der Erwachsene zum Sitzen und Kinder zum Spielen einladen soll. Das kann weder im Sinne der Stadt sein, noch im Sinne der Spender, die den Brunnen 1997 ermöglicht haben. Deren Namen stehen auf der Tafel am Brunnen, direkt unter dem von Dr. von Plachy. Dem Badearzt wird also eine schlonzige Tangwüste gewidmet? Da müssen doch Alternativen her.

Aber: „Den Brunnen leer stehen zu lassen, ist ja auch keine Lösung“, sagt Thomas Gans. Vielleicht müsse es der Bauhof doch mal mit Chlor versuchen, meint er. Von anderer Seite hat LauterNEUES schon eine weitere Idee gehört: Den Brunnen mit Erde zuschütten und hübsch bepflanzen – klappt ja mit den Straßenbeeten ganz hervorragend.

 

 

Schönheitswettbewerb

Haben auch Sie einen interessanten Lösungsvorschlag? Dann lassen Sie es uns wissen. Kommentieren Sie einfach diesen Artikel oder schicken Sie uns eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

Für die beste Idee loben wir einen Preis aus: Eine Packung Schaebens Totes Meer Maske mit Algen – für ein „sichtbar verfeinertes Hautbild“. Und vielleicht bekommt mit Ihrer Hilfe ja auch die Stadt ein noch schöneres Antlitz.

   

Mit der Selbständigkeit einen langersehnten Wunsch erfüllt

Der Schilder- und Lichtreklamehersteller Alexander Paul hat die Werbetechnikfirma in der Hauptstraße übernommen

Seit dem 15. 04.2012 bietet Alexander Paul in der Hauptstraße 175 den Kunden Werbetechnik aller Art an. Der gelernte Schilder- und Lichtreklamehersteller hat mit seinem Geschäft „Design Factory“ eine richtige Marktlücke entdeckt.

Bereits vor zwei Jahren wurde der Laden als Fiebay Werbetechnik gegründet und im April vom  „Alex“ übernommen, da sein Vorgänger aus gesundheitlichen Gründen aufhören musste.

Der 34jährige Alexander Paul hat sich mit dem Weg in die Selbstständigkeit einen langersehnten Wunsch erfüllt. Die Nachfrage ist groß und das Angebot vielseitig: Flyer, Banner, Visitenkarten, Logodesign, Geschäftspapiere und Fahrzeugbeschriftung oder Fahrzeugvollverklebung („car wrapping“) sind im Angebot des Jungunternehmers. Auch T-Shirts, Vereinstrikots und Sweatjacken werden häufig zum Bedrucken bei Alex in Auftrag gegeben.

Geboren wurde Alex Paul in Wolfenbüttel. Als 18jähriger zog er in die Kneippstadt, weil sein Opa ganz in der Nähe in St. Andreasberg lebte. Nachdem er seinen Grundwehrdienst in Hann. Münden absolvierte, machte er zunächst ein Praktikum als Werbetechniker bei Patrick Röger in Bad Sachsa. Dort begann der heutige Jungunternehmer im August 2005 seine dreijährige Ausbildung, die er erfolgreich drei Jahre später beendete.

Das Schwierigste in der Anfangszeit seines eigenen Unternehmens ist für Alex, dass einfach durch die hohen Materialeinsatzkosten noch nicht so viel für ihn selber abfällt. Schließlich ist der 34jährige ein Perfektionist und arbeitet auf hohem Niveau um den Kunden alle Facetten seines abwechslungsreichen Berufes zu zeigen. Dabei hat er sehr viel Spaß an allen Tätigkeiten, da der Beruf sehr vielseitig ist. Mal sitzt er am PC, mal steht er an den Arbeitsmaschinen und täglich hat er direkten Kontakt zu seinen Kunden.

Stolz macht Alexander Paul auch, wenn er auf der Straße ein Auto sieht, das er selber beklebt hat oder an einem Laden vorbei fährt, dessen Schaufensterwerbung aus seiner Hand stammt. Auch privat ist alles im grünen Bereich. Seit einigen Tagen ist er stolzer Papa eines gesunden Stammhalters. Während der kleine Leon Noel jetzt für unruhige Nächte im Hause Paul sorgt, unterstützt den Jungunternehmer seine 24jährige Freundin und Mutter seines Sohnes Kirsten tatkräftig bei der Arbeit. (st)

Info: Öffnungszeiten von Montag bis Donnerstag 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr und Freitag von 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Weitere Termine sind nach Absprache unter 05524/8676102 oder 0171/9878343 möglich.

   

Liebesschlösser über der Oder

Rom, Salzburg, Köln, Hamburg – und nun also auch Bad Lauterberg. Ein europäischer Trend erobert den Harz: An der Wilhelmi-Brücke zwischen Kurpark und Scholmzeche hängen erste Liebesschlösser.       

 

 

Für kaum einen Zweck hat die Menschheit mehr Rituale erfunden als für Paare, die sich selbst und anderen ihre Liebe beweisen wollen. Im westlichen Kulturkreis des 21. Jahrhunderts sind das unter anderem Schmuckringe für jedes Stadium (von Freundschaft, Partnerschaft und Verlobung bis hin zur Ehe), das Zurschaustellen vergilbter, verknitterter, ins Scheckkartenfach des Portemonnaies gestopfter Passfotos an der Supermarktkasse und Namenstattoos, die gleich doppelt schmerzhaft sein können – erst beim Stechen und später bei einer Trennung.

Seit einigen Jahren erfreut sich ein neues Ritual rasant steigender Beliebtheit: Erst schließen Paare den Bund für Leben und hernach ein Vorhängeschloss an das Geländer einer Brücke. Und damit auch der Hoffnung auf ewige Liebe Ausdruck verliehen wird, landen die Schlüssel unwiederbringlich im darunter fließenden Gewässer. In etlichen europäischen Großstädten hängen schon ganze Geländer voll. Nun sind auch über der Oder in Bad Lauterberg die ersten Liebesschlösser verschlossen worden. An der Wilhelmi-Brücke zwischen Kurpark und Scholmzeche künden sie von der Zuneigung ihrer Besitzer zueinander.

 

Roman macht alten Brauch bekannt

Vermutlich hat der Ursprung dieses Brauchs gar nicht so viel mit Liebe zu tun: Urheber sollen Absolventen der Sanitätsakademie San Giorgio in Florenz sein, die nach ihrer Ausbildungszeit – warum auch immer – die Vorhängeschlösser ihrer Spinde mit nach Rom nahmen und an die Brückenlaterne auf der Milvischen Brücke über den Tiber hängten. Verliebte sollen das als Brauch übernommen haben. Bekannt wurde das Ritual dann durch den Roman „Ich steh auf Dich“ von Federico Moccia. Darin schwören sich die beiden Hauptpersonen „Ewige Liebe“, befestigen ein Schloss an einer Brückenlaterne und werfen den Schlüssel – na klar – in den Tiber.

 

40.000 Schlösser in vier Jahren

Seit das Buch im Jahr 2007 erschien (im Original bereits 2006) und auch verfilmt wurde, tauchen an immer mehr Brücken Liebesschlösser auf. Naturgemäß trifft es oft bekannte Bauwerke, wie die Hohenzollernbrücke in Köln. Dort wurden die ersten Schlösser vor gerade einmal vier Jahren aufgehängt – mittlerweile sind es über 40.000. Wie schnell der Brauch beliebt wurde, zeigt sich auch an der Schwanenwikbrücke an der Außenalster in Hamburg. Auf Googles Street View, datiert auf März 2010, ist das Geländer noch nackig. Wie aber auf den dort verlinkten Panoramio-Fotos zu sehen ist, mussten die angehenden Schlossherren dann im Oktober 2011 schon ganz schön lange gucken, um noch ein schönes Plätzchen für das eigene Objekt zu finden.

Die ungewöhnlich starke Nachfrage nach einem so profanen Eisenwaren-Artikel, der ansonsten eher ein Schattendasein an Kellerverschlägen oder an den Türen von Mülltonnenschuppen fristet, hat sich natürlich auch im Marketing niedergeschlagen. Im Viertel um die Schwanenwikbrücke bewerben die Schlüsseldienste in ihren Schaufenstern das Standard-Liebesschloss-Modell, ein grundsolides Abus-Produkt, und dessen große Farbpalette. Grün, blau, rosa – für jeden Geschmack ist was dabei. Außerdem entfällt mittlerweile die Mühsal, das Schloss mit geeignetem Stift möglichst leserlich zu beschriften. Beim Kauf kann man die Gravur gleich mitbestellen.

 

Liebesschlösser kommen ins Museum

Leider aber ist an der Schwanenwikbrücke fürs Erste Schluss mit der Schlosserei: Das Geländer wurde Anfang Juni abgebaut – und mit ihm die Liebesschlösser. Damit stieß die zuständige Landesbehörde auf wenig Gegenliebe, aber die 130 Jahre alte Brücke muss halt dringend saniert werden. Weil es den Verantwortlichen denn auch selbst ein wenig Leid tut, haben sie die Liebesbeweise im Schonverfahren von den Eisenteilen geschieden. Im September sollen die Schlösser sogar im Museum für Hamburgische Geschichte ausgestellt werden. Und was passiert nach der Sanierung? Vielleicht gibt es eine neue Schlossschwemme. Vielleicht aber haben sich dann andere Orte etabliert – auch in der Speicherstadt sind schon Geländer behängt.

 

Behörden ohne Gnade und eine Stadt mit Herz

Nicht alle Stadtverwaltungen nehmen den Brauch so locker oder freuen sich gar darüber. In Berlin rückt man den Schlössern mit Bolzenschneidern zu Leibe – allen Schlössern, überall. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung will das so. Schließlich habe eine Brücke die „Funktion, von A nach B zu führen“. Punkt. Da einfach Vorhängeschlösser anzubringen, das ist eine Ordnungswidrigkeit – und könnte 35 Euro kosten. Nun, im Vergleich zu Venedig eine geradezu nachsichtige Behandlung. In der Lagunenstadt sollen 3000 Euro fällig werden.

 

 

Zugegebenermaßen können die Liebesschlösser auch zum Problem werden. Sie können die Ansicht eines Denkmals stören. Sie können Rostschäden verursachen. Und in ausreichender Zahl können sie Laternen zum Umknicken bringen – so geschehen anno 2007 in Rom. Wohlgesinnte Stadtverwaltungen – wie die in Rom – schützen aber ihre Bauwerke nicht nur einfach durch Verbote. Sie lassen sich auch Alternativen einfallen, bauen den Liebenden sozusagen Brücken. Das können neu gespannte Ketten sein oder extra ausgewiesene Aushangstellen. In Bad Bevensen wurde sogar ein gitternes Liebesherz samt Wunschbank aufgestellt, auf der die Paare gleich noch für ein Erinnerungsfoto Platz nehmen können.

 

Wo ein paar Tonnen nicht ins Gewicht fallen

In Köln sind die Liebesschlösser längst zum regelrechten Kult geworden und haben sogar den Weg ins kölsche Liedgut gefunden: In „Schenk mir Dein Herz“ hängen auch die Höhner eine Liebesplombe ans Eisen. Die Bahn, der die Hohenzollernbrücke gehört, nimmt es nach anfänglicher Skepsis und früher Bolzenschneiderei längst gelassen. Da über die Eisenbahnbrücke 350 Tonnen schwere Züge führen, fielen die geschätzten zwei Tonnen Schlösser wirklich nicht, naja, ins Gewicht. Und den Mahnungen von Umweltschützern, die ob der vielen Schlüssel Gewässerschäden befürchten, hält das städtische Umweltamt entgegen: „Ein altes Fahrrad im Rhein wiegt mehr als tausend Schlüssel.“

 

 

 

Bad Lauterbergs Bürgermeister bleibt entspannt

Tja, und nun gibt es also die ersten Liebesschlösser in Bad Lauterberg – am Geländer der Wilhelmi-Brücke. Es ist wohl auch das einzige in der Stadt, das sich dafür eignet: über Wasser, schön gelegen und filigran geschmiedet. Und so schnell ist nicht damit zu rechnen, dass der Bauhof ans Schlösserknacken geht. Bürgermeister Dr. Thomas Gans jedenfalls sieht den Trend völlig entspannt. „Wir schauen uns das erst einmal an.“ Wenn es doch zu Schäden kommen sollte oder sonstige Probleme auftauchen, könne man ja immer noch reagieren. Eigentlich freut sich der Bürgermeister sogar und sieht touristisches Potenzial. „Es wäre doch toll, wenn die Menschen wiederkommen, um zu sehen, ob ihr Schloss noch hängt.“

Ganz abwegig ist das nicht. „L + P“ zum Beispiel haben ihr Anhängsel mit „Urlaub 3/2012“ beschriftet. Vielleicht zeugt ihr Schloss ja nicht nur von ihrer Liebe. Vielleicht bedeutet es auch, sie fühlen sich mit Bad Lauterberg verbunden.

 

   

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Die Schneckenbecks


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